There is no shortcut – das Interview / Gruppenspiel im Auswahlverfahren für Piloten

Das Interview steht am Ende eines Piloten-Auswahlverfahrens. Neben Gruppenspielen und weiteren Assessment-Instrumenten möchten Recruiter und Psychologen ein authentisches Bild vom Bewerber erhalten. Dabei stehen zwei grundlegende Fragen im Raum:

  1. Wer sitzt hier vor uns?
  2. Bringt dieser Bewerber die Fähigkeiten mit, die er für seinen späteren Beruf benötigt?

Oft werde ich gefragt, ob ich einen Psychologen oder sogar einen Luftfahrtpsychologen bei mir im Training an Bord habe. Nein, habe ich nicht.

Warum? Die Antwort darauf ist recht einfach: There is no shortcut!

Auch wenn ich die Motivation hinter dieser Frage gut nachvollziehen kann, bin ich der Meinung: Kein Psychologe kann dir den Weg ebnen oder die heißesten Tipps geben, wie du dein Assessment erfolgreich gestalten kannst. Die Entwicklungsarbeit liegt bei dir!

Im Assessment wollen die Recruiter einen Bewerber kennenlernen, der ehrlich ist und sich nicht verstellt. Jemanden, der sich mit seinem Werdegang, seiner Persönlichkeit, seinen Schwächen und Stärken sowie Erfolgen und Misserfolgen auseinandergesetzt hat.

Das klingt zunächst einfach, ist es aber nicht. Rückmeldungen von Eltern, Freunden oder Partnern sind wertvolle Impulse, jedoch immer auch eingefärbt durch die Beziehungsebene.

Ich habe mir deshalb überlegt, wie ich angehenden Pilotinnen und Piloten bestmöglich dabei helfen können, sich selbst besser kennenzulernen, die Selbstwahrnehmung zu stärken und das Fremdbild, also die Wirkung auf unbekannte Personen, reflektiert zu erhalten.

In meinem Training nutze ich deshalb einen Persönlichkeitstest, mit dem ich berufsspezifische Persönlichkeitsmerkmale erfassen kann. Darüber hinaus beobachten ich dich nicht nur innerhalb der Übungen sehr genau, sondern lernen dich auch in lockerer Freizeitatmosphäre kennen.

Während des Trainings gleichen wir Selbstbild und Fremdbild dauerhaft mit den Ergebnissen aus dem Persönlichkeitstest ab und besprechen diese. Aha-Momente sind dabei garantiert.


Bringt der Bewerber die erforderlichen Fähigkeiten für den Pilotenberuf mit?

Wer sein DLR-Zertifikat in der Tasche hat, hat bereits bewiesen, dass er Ausdauer und Motivation besitzt und sich in den entsprechenden fliegerischen Grundfertigkeiten für den Pilotenberuf eignet.

Im nächsten Schritt geht es darum, dass die Recruiter von dir nicht nur einen authentischen Eindruck erhalten, sondern auch die für den Beruf erforderlichen Kompetenzen erkennen können.

Dazu verwenden die Recruiter ein Persönlichkeitsprofil, in dem sie vermerken, ob du in einer Kompetenz ausreichendes Vermögen gezeigt hast. Wichtig ist daher, diese Kompetenzen im Auswahlverfahren sichtbar zu machen.

Viele Bewerber verlassen das Assessment mit einem positiven Gefühl, werden dann aber leider trotzdem abgelehnt. Meistens liegt es daran, dass die eigene Wahrnehmung nicht mit der Wahrnehmung anderer Menschen, in diesem Fall der Recruiter, übereinstimmt.

Natürlich wäre es einfach, wenn dir jemand sagen könnte, was du tun musst, um eine Kompetenz ausreichend zu zeigen. Doch auch hier gilt: There is no shortcut.

Jeder Führungsstil ist anders, jeder bringt andere Qualitäten mit.

Fakt ist: Auch bei der Darstellung deiner Kompetenzen musst du authentisch bleiben. Recruiter sind sehr gut geschult und erkennen sofort, wenn jemand plötzlich den starken Leader mimt, obwohl sein eigener Führungsstil ein völlig anderer ist.

Als Pilot mit 20 Jahren Berufserfahrung habe ich viele Kolleginnen und Kollegen im Cockpit erlebt, von der rechten und der linken Seite. Unterschiedliche Führungsstile, unterschiedliche Arten im Umgang mit der Crew oder bei der Entscheidungsfindung im Fall eines Abnomals.
Alle diese Kolleginnen und Kollegen sind stark in den Pilot Competencies, aber dennoch völlig unterschiedliche Persönlichkeiten.

Ich möchte dich in meinem Training nicht nur darin unterstützen, Sicherheit in Rollenspielen, Gruppenspielen und dem Interview zu gewinnen, sondern dir auch wertvolle Impulse für deine persönliche Weiterentwicklung geben. Dafür nehmen wir uns ausreichend Zeit, damit du dich besser kennenlernst und deine Fähigkeiten authentisch und zu deiner Persönlichkeit passend darstellen kannst.

Gemeinsam mit meiner Erfahrung und deiner Motivation möchten ich dich bestmöglich auf dein Assessment vorbereiten, damit du zeigen kannst, dass du für diesen Beruf gemacht bist.

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