„Ich hätte nicht gedacht, dass ich durchfalle.“


Von Bewerbern mit guten Noten.
Von Menschen, die fachlich alles mitbringen, um Pilot:in zu werden.

Und trotzdem reicht es im Assessment nicht.


Assessment bedeutet nicht nur Wissen abrufen

Ein Auswahlverfahren für Pilot:innen prüft nicht,
ob du möglichst perfekte Antworten gibst.

Es prüft vor allem:

  • wie du denkst
  • wie du entscheidest
  • wie du kommunizierst
  • wie du mit Unsicherheit, Feedback und Druck umgehst

 

Kurz gesagt:
👉 Human Factors.


Der häufigste Denkfehler

Viele Bewerber bereiten sich so vor:

„Ich muss zeigen, dass ich alles kann.“

Das führt oft zu:

  • überkontrolliertem Verhalten
  • Rechtfertigungen statt Reflexion
  • defensiver Kommunikation
  • einem sehr „glatten“, aber wenig authentischen Auftritt

 

Im Cockpit, und im Assessment, ist das kritisch.


Was wirklich bewertet wird

Aus meiner Erfahrung aus dem Cockpit und im Training geht es im Kern um Fragen wie:

  • Kann diese Person ihr eigenes Verhalten realistisch einschätzen?
  • Erkennt sie eigene Grenzen?
  • Kann sie Feedback annehmen, ohne in den Verteidigungsmodus zu gehen?
  • Bleibt sie entscheidungsfähig, auch wenn Informationen fehlen?
  • Passt sie menschlich in ein Team, nicht nur fachlich?

 

Das sind klassische Human-Factors-Kompetenzen,
und genau die lassen sich nicht kurzfristig auswendig lernen.


Selbstbild vs. Fremdbild – der blinde Fleck

Ein Punkt, der viele überrascht:

Das eigene Selbstbild stimmt häufig nicht mit dem Fremdbild überein.

Im Assessment wird dieser Unterschied sichtbar.

Und genau hier scheitern viele, nicht weil sie ungeeignet sind,
sondern weil sie nie gelernt haben, sich realistisch zu reflektieren.


Warum gezieltes Training Sinn macht

Gutes | Pilot Assessment Training bedeutet nicht:

  • Antworten auswendig lernen
  • „perfekt wirken“

 

Sondern:

  • die eigene Wirkung verstehen
  • typische Stressreaktionen erkennen
  • lernen, klar, strukturiert und authentisch zu kommunizieren
  • Feedback einzuordnen, statt es abzuwehren

 

Das ist Arbeit, aber es ist nachhaltige Arbeit.


Für wen das hier relevant ist

Dieser Artikel richtet sich an dich, wenn du:

  • noch vor deinem ersten Assessment stehst
  • bereits gescheitert bist und verstehen willst, warum
  • fachlich stark bist, dich aber im Interview unsicher fühlst
  • nicht „spielen“, sondern du selbst sein willst – nur besser vorbereitet

 


Ein Schlusswort

Im Cockpit suchen Airlines keine perfekten Menschen.
Sie suchen reflektiertelernwillige und teamfähige Persönlichkeiten.

Wer das versteht, hat im Assessment einen echten Vorteil.

 


✈️ Reflexionsfrage für dich:

Wie würdest du dich selbst beschreiben – und wie würden es andere tun?

Wenn diese Frage schwerfällt, lohnt es sich hinzuschauen.